Jetzt, da es das dritte Mal innerhalb weniger Wochen passiert ist, werden einige Journalisten ungehalten. Die Kanzlerin möge sich doch endlich erklären, schreibt Bild.de, nachdem Angela Merkel am Mittwoch wieder bei einem öffentlichen Auftritt gezittert hat, und holt zum Vorwurf aus: "Den richtigen Zeitpunkt für den Ausstieg scheint sie verpasst zu haben. Das unkontrollierte Zittern ist ein hässliches Sinnbild dafür." "Die Kanzlerin ist krank", hatte der "Stern" schon nach dem zweiten Zitteranfall geschrieben. "Da ist etwas. Mehr als sie zugeben möchte. Ernst jedenfalls."

Die Einschätzungen klingen, als seien Gesundheit und Krankheit absolute Zustände, die den ganzen Menschen erfassten. Als gäbe es nicht Zustände, in denen ein Mensch im Prinzip gesund ist, aber mit einer kleinen Einschränkung zu leben hat.

Angela Merkel "schweigt" auch gar nicht zu ihrem Zustand, sie sagt, es gehe ihr gut, mit dem Zittern werde sie eine Weile leben müssen. Auszuschließen, dass das wahr sein könnte, wäre genauso naiv wie sofort anzunehmen, dass es wahr sei.

Jedenfalls gibt es dieses Phänomen: Zittern bei voller Gesundheit. Die New Yorker Schriftstellerin Siri Hustvedt, 64, hat es erlebt. 

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 29/2019.
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