Die Unterwelt offenbart sich hinter einem schwarzen Vorhang. In einem abgedunkelten Raum steht ein Touchscreen, auf dem weiße Punkte leuchten. Ein Fingerzeig, und das Rumpeln und Rauschen und Rufen beginnt. "Hören Sie", sagt Marcus Maeder. "Das ist eine Rote Gartenameise." Die Mundwerkzeuge des Tieres schnappen, ein stumpfes, helles Geräusch, als ließe ein Mensch seine Fingergelenke knacken.

"Die Töne sind tausendfach verstärkt", erläutert Maeder; nur deshalb sei das Naturorchester zu vernehmen.

Was hier lärmt, sind Bodentiere. Um sie zu belauschen, hat der Forscher an 24 Standorten in der Schweiz empfindlichste Tonabnehmer ins Erdreich versenkt.

"Sounding Soil" heißt Maeders Installation, die in einem Container hinter der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) zu erleben ist. Wer sich auf die tönende Kiste einlässt, macht einen Ausflug in eine Welt, die fern und fremd erscheint, obwohl sie ganz nah liegt, unter den Füßen. Milben, Asseln, Springschwänze, Fadenwürmer – eine überbordende Vielfalt

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 10/2019.
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!