Wer wissen will, wie Große Koalitionen mit Geld umgehen, muss sich einen Schlüsselmoment aus der Regierungsbildung des Jahres 2005 ins Gedächtnis rufen. Im Wahlkampf hatte die Union gefordert, die Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte zu erhöhen. Die SPD war gegen jede Anhebung. In den Koalitionsverhandlungen aber einigten sich die Parteien darauf, die Steuer nicht um einen, nicht um zwei, sondern gleich um drei Punkte anzuheben. Seither ist klar: Große Koalitionen treffen sich nicht in der Mitte, sondern dort, wo es die Bürger am teuersten kommt.

Niemand durfte sich deshalb wundern, dass es acht Jahre später, bei der Bundestagswahl 2013, ähnlich lief. Alle rechneten damit, dass sich die beiden Parteien mit ihren Forderungen nach zusätzlichen Mütterrenten (Union) und der Rente mit 63 (SPD) blockieren würden. Doch worauf verständigten sich die Parteien? Sie beschlossen der Einfachheit halber, beides umzusetzen, die mit Abstand kostspieligste Variante.

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!