Warum Sophie Scholl an jenem 18. Februar 1943 einen Stapel Flugblätter von der Galerie im Lichthof der Münchner Universität stieß, wird niemand mehr ergründen können. Dessen ungeachtet sind die herabwirbelnden Flugblätter ein Sinnbild geworden für den Widerstand gegen das NS-Regime und für die Gruppe, die wir heute die Weiße Rose nennen.

Der Blätterregen im Lichthof erzählt aber auch vom Scheitern, denn er führte zur Entdeckung und Verhaftung der Geschwister Hans und Sophie Scholl. Vier Tage später wurden sie gemeinsam mit ihrem Freund Christoph Probst vom Volksgerichtshof wegen Vorbereitung zum Hochverrat, Feindbegünstigung und Wehrkraftzersetzung angeklagt und zum Tode verurteilt. "Das wird Wellen schlagen", prophezeite Sophie Scholl gegenüber ihren Eltern kurz vor der Hinrichtung.

Zum eigentlichen Ziel führten die sechs Flugblätter nicht, die die Weiße Rose im Juni/Juli 1942 und im Januar/Februar 1943 verbreitete. Sie lösten keinen Aufstand gegen die Diktatur der Nationalsozialisten aus,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL Geschichte-Ausgabe 2/2019.
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