Es ist ein Uhr mittags am Samstag vergangener Woche, als Stephan Weil ein dringender Hilferuf ereilt. Der Ministerpräsident von Niedersachsen, einer der letzten mächtigen Landesfürsten in der Partei, steht im ersten Stock der Stadthalle Braunschweig, die örtliche SPD hat zum Empfang geladen, rund 300 Genossen sind gekommen, es gibt Frikadellen und eine Runde Sekt. Neues Jahr, neues Glück, Weil lacht. Krise der Partei? Nicht hier, nicht bei mir.

Da kommt eine Frau um die 50 auf ihn zu. "Darf ich mal ganz kurz stören, Herr Ministerpräsident? Ich bin auch Genossin."

"Klar", sagt Weil. "Nenn mich Stephan."

"Kannst du bitte unsere Partei retten und den Vorsitz übernehmen?"

Weil stockt kurz. Die Frage ist schmeichelhaft, aber auch gefährlich, ein Reporter steht daneben, er sollte jetzt dringend etwas Unverfängliches sagen. "Och", sagt Weil, "Niedersachsen ist auch schön."

"Aber da muss sich was ändern in Berlin. Das geht so nicht weiter."

"Nee, lass mal", sagt Weil: "Ist nett von dir." Damit will er

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 4/2019.
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!