Es ist kurz vor neun Uhr am Montagmorgen, als die Stimmung in der SPD-Spitze kippt. Die Parteiführung hat sich zu einer Telefonschalte verabredet, in der Leitung ist auch der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Seit er für den SPD-Vorsitz kandidiert, geht er einigen Genossen an der Spitze gehörig auf die Nerven, weil er nur noch über die Große Koalition nörgelt.

Am Telefon geht es um das Klimapaket, das die Bundesregierung ein paar Tage zuvor geschnürt hat. Lauterbach hatte den Kompromiss schon kritisiert, bevor er überhaupt stand. Nun nutzen einige Parteifreunde den Moment, um ihren Ärger über den Kandidaten loszuwerden. Man könne nicht immer die Arbeit der eigenen Leute kaputtreden, schimpft laut Teilnehmern der Schalte Hubertus Heil, der Arbeitsminister. Das gehe so nicht, ruft auch Thorsten Schäfer-Gümbel in den Hörer, der kommissarische Parteichef. Wenn man ohne jede Sachkenntnis einen Kompromiss kritisiere, um sich politisch zu profilieren, sei das schlicht unanständig. Die Botschaft

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 40/2019.
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