Die Brücken im indischen Bundesstaat Meghalaya sehen aus, als stammten sie aus der Fabelwelt vom "Herrn der Ringe". Ein knorriges, von Moos bedecktes Geflecht aus den Luftwurzeln des Gummibaums Ficus elastica bildet die Tragstruktur der Bauwerke. Traditionell sind die Völker der Khasi und Jaintia die Baumeister.

An Bächen oder den Hängen kleiner Täler pflanzen die Bewohner Meghalayas Stecklinge des Baumes. Sobald die ersten Luftwurzeln aus den Gewächsen sprießen, werden sie langsam zur Brücke geformt und fassen schließlich am gegenüberliegenden Ufer Fuß. Immer wieder verstärken die Konstrukteure die Struktur mit weiterem Wurzelwerk. Jahrzehnte kann das Bauen und Wachsen dauern.

"Diese Brücken können mehr als 50 Meter lang werden", schwärmt Ferdinand Ludwig von der Technischen Universität München. "Einige von ihnen sind Hunderte Jahre alt." Der Architekt reiste jüngst nach Meghalaya in den subtropischen Nordosten Indiens, um die "lebenden Brücken" zu studieren. Für den Gelehrten sind die Bauwerke

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 46/2019.
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