Seitdem Wlad Sitnikow Hassmails bekommt, ist er davon überzeugt, dass er alles richtig macht. "Sie sind grauenvolle Menschen", schrieb jemand an ihn und sein Team. "Sie interessiert doch einzig Geld, schämen Sie sich", schimpfte ein anderer. Die Wut entfacht sich am jüngsten Plan des russischen Marketingexperten. Er möchte in einen der letzten werbefreien Räume vordringen: den Nachthimmel.

Mit seiner neu gegründeten Firma Startrocket will Sitnikow in 550 Kilometer Höhe eine Art Riesenbildschirm errichten, jenseits der Internationalen Raumstation. Ein Schwarm aus 200 Minisatelliten soll von dort aus Werbebotschaften senden. Von überall auf der Erde könnte die Leuchtschrift zeitweise zu lesen sein – ob von Berlin, Peking oder São Paulo aus.

Astronomen und Raumfahrtexperten sind aufgebracht: Die einen fürchten, dass das Licht ihre Beobachtungen stört, die anderen warnen vor noch mehr Schrott im All. Sitnikow kommt der Protest gelegen. Am Anfang von guter Werbung, sagt er, stehe oft ein Tabubruch.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 29/2019.
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