Am 11. April fuhr ich in die Parkinsonklinik in Beelitz-Heilstätten. Chefarzt Georg Ebersbach, der mich seit Jahren begleitet, hatte mich um eine kleine Rede gebeten. Die Klinik feierte ihr 20-jähriges Bestehen. Außerdem ist der 11. April der Welt-Parkinson-Tag. "Bitte helfen Sie Menschen, das Geschenk des Lebens auch da zu suchen, wo es nicht so leicht zu finden ist", so schloss mein Plädoyer für "einen anderen Blick auf das Kranksein". 

Die Veranstaltung endete ausgelassen. Eine Gruppe an Parkinson erkrankter Frauen und Männer trat auf, gemeinsam mit einem Musiktherapeuten. Sie trommelten lautstark und rhythmisch auf großen Bällen. Ein wundervoller Lebenslärm. Georg Ebersbach lachte: "Da habt ihr den Parkinson in Angst und Schrecken versetzt."

Die Trommler und mein kleiner Vortrag hatten dieselbe Botschaft: Wir leben, und zwar nicht nur "noch".

An diesem Abend fand ich ein Manuskript zum Thema Sterbehilfe in meinen Mails. Ein Kollege bat mich, es zu lesen. Mir war nach vielem zumute an diesem Abend, nur nicht nach Sterbehilfe.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 17/2019.
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