Früh am Morgen, ehe er seine drei Mobiltelefone zur Hand nimmt, setzt sich Stephen Bannon in seinem Schlafzimmer auf einen Sessel aus braunem Leder, um zu meditieren. 20 Minuten Stille, dann eine Betrachtung des bevorstehenden Tages, gefolgt von Erbauungslektüre. Im Moment studiert er die Geschichte der katholischen Kirche. Er sagt, die Übung helfe ihm dabei, nicht komplett durchzudrehen. "Ohne Meditation wäre ich noch irrer als jetzt."

Er sinkt in den Ledersessel neben dem Bett wie ein müder Gorilla. Graue Bartstoppeln, strähnige Haare, rote Nase, weite Poren. Man könnte denken, er habe abends zu viel Rioja getrunken, aber es waren nur ein paar Leute aus dem Weißen Haus zu Gast bei ihm, bis in die Nacht. Zwei, drei Stunden hat er geschlafen, dann riss ihn eine Idee, eine Nachricht, ein Gedanke aus dem Bett, wie so oft. Bannon trinkt keinen Alkohol, nur Wasser, Kaffee und Red Bull.

Sein Zimmer sagt: Hier lebt jemand, der sich im Glanz der Geschichte spiegelt, der besessen ist von Schlachten

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 43/2018.
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