Die hohe Kunst der Tauromachie, die Feier des Lebens und des Todes, das öffentlich und in Würde dargebrachte Ritual des Kräftemessens zwischen menschlicher Kunst und Naturgewalt, ist für uns Deutsche meist nur Tierquälerei, unwürdig einer Gesellschaft, die bei Sterben an Bienen denkt und bei Beef an den Grillabend vorigen Sonntag. 

Wie auch immer: Es geht bergab mit den Stierkampf-Festivitäten in Spanien. In der "Estadística de Asuntos Taurinos" des Kultur- und Sportministeriums sinkt die Zahl der tauromachistischen Events von Jahr zu Jahr, derzeit ist sie auf dem Tiefststand von 1521 angekommen. Seit 2007 ist das ein Rückgang um mehr als die Hälfte. Eine gute Nachricht für die Tierschützer, für die Stierzüchter nicht unbedingt. Denn wer wird in Zukunft etwa noch die "Victorinos" züchten, Kampfstiere, bis zu 700 Kilogramm schnaubende Kraft, benannt nach dem "Hexer von Galapagar", dem Züchter Victorino Martín, auch er längst in Würde verstorben? 

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 33/2019.
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