Samer Tannous, 48, war Hochschuldozent in der syrischen Hauptstadt Damaskus. Seit Dezember 2015 lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern im niedersächsischen Rotenburg (Wümme) und arbeitet dort als Französischlehrer. In seiner Kolumne für SPIEGEL+ schreibt er über seine Versuche, die Sitten seiner neuen deutschen Heimat zu verstehen. 

Ich fahre jeden Tag mit der Bahn von Rotenburg (Wümme) nach Scheeßel zur Arbeit. Dazu nehme ich den Zug zwischen Bremen und Hamburg. Aber ich fahre nicht in eine dieser Großstädte, sondern von einer Kleinstadt in eine noch kleinere. Deshalb habe ich in Scheeßel manchmal keine Lust auszusteigen. Ich würde lieber mit den anderen Fahrgästen nach Hamburg weiterfahren. Insgeheim habe ich den Traum, in Hamburg zu leben und zu arbeiten.

So geht es vielen Arabern, die nach Deutschland gekommen sind. Für sie erscheint eine Großstadt viel attraktiver als das Leben auf dem Lande. Das hat mit dem Stadt-Land-Gefälle in den Herkunftsländern zu tun. Die Großstadt

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