Zwei Wochen vor der jähen Waffenruhe dachten seine Nachbarn noch, Abdul Aziz Ajini sei verrückt geworden. Während die anderen Dorfbewohner von Kurin in der Provinz Idlib bebend vor Furcht den Beginn der Großoffensive erwarteten, begann der frühere Collegeprofessor für englische Literatur, sein schon vor Jahren zu Schutt gebombtes Haus wiederaufzubauen.

Als die Menschen in ganz Idlib Häuser, Land, Möbel verkaufen wollten, um Geld für die Flucht zu haben, aber keiner mehr kaufte und niemand wusste, wohin er noch fliehen könnte, besorgte Ajini sich Zement, Ziegel und beauftragte einen Ingenieur. Auch der nahm ihn noch mal zur Seite: "Sag mal, Aziz, bist du dir wirklich sicher, dass das eine gute Idee ist, ausgerechnet jetzt?"

Er selbst habe in den vergangenen Monaten nicht einmal mehr Kleidung gekauft. Jeder halte sich nur noch bereit mitzunehmen, was er tragen könne, was auf ein Motorrad, in ein Auto passe. Eine ganze Provinz, fast drei Millionen Menschen, im Stillstand, lauschend auf die Geräusche

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 39/2018.
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