Dieser Text gehört zur Reihe "Bestseller von SPIEGEL+". Er erschien erstmals im SPIEGEL 11/2015.


Es gibt Tage, da steht der Herzchirurg René Prêtre sechs Stunden am Stück am Operationstisch. Manchmal, wenn es besonders schwierig wird, sind es sogar zwölf. René Prêtre operiert vor allem Kinder, Neugeborene. Deren Herz ist so groß wie eine Walnuss.

Prêtre wäscht seine Hände am Becken vor dem Operationssaal. Seine Finger sind kräftig, nicht schlank, die Nägel hat er weit heruntergeschnitten. Vor knapp 25 Jahren hat Prêtre als junger Mediziner das erste Mal ein Herz berührt. Seitdem wollte er nichts anderes mehr operieren.

Einmal abgesehen davon, dass es wirklich kompliziert ist, so kleine Herzen zu reparieren, verfügt Prêtre über eine Fähigkeit, die selten geworden ist: Er vermag sich über Stunden hinweg auf eine Sache zu konzentrieren.

Während einer Herz-OP kann er kaum essen, trinken, austreten. Noch weniger kann er seine E-Mails checken, ein Schwätzchen auf dem Gang halten oder nach Urlaubsflügen

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 11/2015.
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