Dörfer sterben nicht von einem Tag auf den anderen, sie gehen langsam zugrunde, so langsam, dass manchmal die Frage offenbleibt, wann genau das Ende seinen Anfang nahm.

So war es auch in Sandebeck im Teutoburger Wald. War es 2004, als die Grundschule schloss? Als der Supermarkt das Dorf verließ? Als die Dorfschenke aufgab, die Kegelbahn dichtmachte? Oder erst, als dann auch noch der Friseurladen geschlossen blieb?

Heute ist die Frage nicht mehr zu beantworten. Was bleibt, ist das Gefühl: Sandebeck verlor vor allem Bewohner – in nicht mal einem Jahrzehnt ist das Dorf um ein Fünftel seiner Einwohner geschrumpft. Die letzte offizielle Zahl stammt aus dem Jahr 2014: Damals gab es noch 830 Sandebecker. Landflucht nennen Experten das Phänomen der sterbenden Dörfer – wobei Flucht die Lage in Sandebeck nicht wirklich trifft. Nur wenige zogen tatsächlich weg. Die Leute starben einfach.

"Es gab kaum noch junge Familien", sagt Julius Türich. Der 18-Jährige hat vor gut einem halben Jahr sein Abitur bestanden

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der Ausgabe 1/2019.
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