Thomas Friedman
MARTIN LENGEMANN / LAIF

Thomas Friedman

Friedman, 65, zählt zu den prominentesten Kommentatoren in den USA, seine Kolumne in der "New York Times" zählt zu den meistgelesenen im Land. Vor drei Wochen schrieb er über einen neuen Bürgerkrieg, in den die Amerikaner zu rutschen drohen - lange vor der Gewalt in Pittsburgh und vor den verdächtigen Paketen, die in dieser Woche an Barack Obama, Hillary Clinton, Robert De Niro und andere Trump-Kritiker verschickt wurden. Friedman wuchs in einer Ära der Gewalt auf, mit Attentaten auf Martin Luther King, John F. Kennedy und andere. Und doch, sagt er, fühle sich die Gegenwart schlimmer an, brutaler, angespannter.

SPIEGEL: Herr Friedman, glauben Sie wirklich, Amerika stehe vor einer bewaffneten Auseinandersetzung?

Friedman: Wir haben einen Punkt erreicht, an dem das Fundament unserer Demokratie zertrümmert wird. Die beiden politischen Parteien, Demokraten und Republikaner, können sich nicht mehr darauf verständigen, was die Wahrheit ist. Sie trauen sich nicht über den Weg. Wahrheit und Vertrauen sind aber die Grundpfeiler der politischen Debatte. All das ist natürlich nicht vergleichbar mit dem Bürgerkrieg Mitte des 19. Jahrhunderts. Aber wenn wir hoffen, keinen von der Gegenseite beim nächsten Dinner zu treffen, werden wir nie die großen Probleme unseres Landes lösen können.

SPIEGEL: In dieser Woche haben Kritiker des Präsidenten Umschläge bekommen, in denen offenbar Rohrbomben steckten. Sehen Sie Ihre Befürchtungen bestätigt?

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 44/2018.
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