Mit politischem Vabanquespiel kennen sich die Thüringer aus. Schon die erste Wahl im neu gegründeten Land vor fast hundert Jahren kannte keinen Sieger: Es regierte eine Minderheitsregierung aus Sozialdemokraten und Liberalen – toleriert von einer linken SPD-Abspaltung. Ein knappes Jahr hielt das Experiment, dann kam das nächste Bündnis ohne Mehrheit, jetzt geduldet von der KPD. Die Farbenspiele wurden immer schillernder: Auf eine bürgerlich-demokratische Minderheitsregierung folgte bald eine rechtsbürgerliche. Und am Ende übernahmen die Nationalsozialisten.

Hundert Jahre nach der Gründung Thüringens gibt es wieder wacklige Verhältnisse im Freistaat – und die Sorge, dass politisches Chaos in ein paar Jahren die AfD an die Regierung bringen könnte, angeführt von einem amtlich bestätigten Faschisten.

Sachsen-Anhalt und Brandenburg konnten sich gerade noch in schwarz-rot-grüne Keniakoalitionen retten, auch in Sachsen wird es wohl so kommen. In Erfurt sind die einstmals großen Volksparteien CDU

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 48/2019.
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