Kurz vor Anpfiff fassen sich die jungen Fußballer des Sportvereins Pullach an den Schultern und bilden einen Kreis. Sie schwören sich auf das Spiel ein. Es dämmert, sechs Flutlichter erhellen den Kunstrasen. "Jeder muss dabei sein, jeder muss Feuer geben", ruft der Kapitän. Leise zählt er: "Eins, zwei, drei." Stille. Dann ein lautes "Sieg".

Eine der Stimmen gehört Anton Dalichau, dem Spieler mit der Nummer 6. Das gelbe Trikot ist dem 17-Jährigen etwas zu weit, es schlackert über den Hüften. Er trägt Handschuhe und eine lange Thermounterhose, in Pullach südlich von München sind es an diesem Novembernachmittag vier Grad.

Anton spielt erst seit dem Sommer in dieser Mannschaft bei den Jungen. Zehn Jahre lang durchlief er zuvor alle Jugendmannschaften des Vereins – als Mädchen.

Anton ist transsexuell. Er konnte sich nicht mit seinem angeborenen Geschlecht identifizieren, er fühlte sich, als wäre er im falschen Körper geboren. Wie ihm geht es einigen Zehntausend Menschen in Deutschland.

Der Fußball

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 48/2019.
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