Das mächtigste Gremium des deutschen Gesundheitssystems tagt in einem nüchternen Zweckbau nahe dem Berliner Regierungsviertel. Im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) entscheiden Kassen, Kliniken und Ärzte darüber, welche Pillen, Krebstherapien oder Genverfahren von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt werden.

Die 13 Plenumsmitglieder verteilen Milliarden, und für manche Kranke geht es um Leben und Tod. Trotzdem tagt der Ausschuss geräuschlos, weil sein Anspruch ist, sich nur an wissenschaftlichen Studien zu orientieren. So will es das Gesetz. Moralische Werturteile sollen keine Rolle spielen.

In diesen Tagen wurden die Grenzen dieses Prinzips deutlich. Der mächtige Kreis trifft eine seiner schwierigsten Entscheidungen – und im Ausschuss brodelt es. "So emotionale Debatten habe ich hier noch nie erlebt", sagt ein Mitglied.

Es geht um die Frage, ob AOK, Barmer & Co. künftig die Kosten für einen Gentest auf das Downsyndrom (Trisomie 21) übernehmen, den Schwangere in Deutschland bereits

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 38/2019.
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