Der Mann, der seit Anfang der Woche eines der wichtigsten politischen Ämter der Türkei besetzt, ist kein Politiker, sondern ein Bürokrat: Ali Yerlikaya, 50, hat als Beamter im Innen- und Gesundheitsministerium gearbeitet und als Gouverneur der Provinz Istanbul und verschiedener anatolischer Provinzen. Er ist ein farblos wirkender, bisher weitgehend unbekannter Mann.

Nun führt er als Interimsbürgermeister die Amtsgeschäfte in Istanbul – zumindest, bis die Istanbuler am 23. Juni ein zweites Mal an die Urnen treten. Bei der regulären Bürgermeisterwahl am 31. März hatte Oppositionskandidat Ekrem Imamoğlu die AK-Partei von Präsident Recep Tayyip Erdoğan bezwungen. Doch Imamoğlu konnte sich nur wenige Tage im Amt halten. Am Montag erklärte die Wahlkommission die Abstimmung auf Druck von Erdoğan für ungültig. Sie rief eine Neuwahl aus und installierte Yerlikaya als Zwangsverwalter.

Die Annullierung der Istanbul-Wahl markiert eine Zäsur für die Türkei: Erdoğan hat zuvor schon die Unabhängigkeit der

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 20/2019.
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