Wenn Recep Tayyip Erdoğan prahlen will, nennt er eine Zahl: 3,6 Millionen. So viele syrische Flüchtlinge, behauptet der türkische Präsident, habe sein Land seit Kriegsbeginn 2011 aufgenommen.

Erdogan macht mit dieser Zahl im In- und Ausland Politik. Auch die EU, die mit der Türkei 2016 ein Flüchtlings­abkommen schloss, stützt sich auf diese Angabe. Nun stellt sich heraus, dass die Zahl der Flüchtlinge, die die Türkei tatsächlich beherbergt, deutlich niedriger sein könnte.

Franck Düvell, Experte am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung in Berlin (DeZIM), hat in einer bislang unveröffentlichten Studie, die dem SPIEGEL vorliegt, Statistiken ausgewertet, unter anderem des Uno-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) und der türkischen Migrationsbehörde (DGMM). Er kommt zu dem Ergebnis, dass wohl eher 2,7 Millionen bis 3 Millionen Flüchtlinge in der Türkei leben.

Zwar hat die DGMM noch im August die Zahl der syrischen Flüchtlinge in der Türkei auf 3,6 Millionen beziffert. Die Behörde

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 40/2019.
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