An Mohamed Bouazizi, den jungen Straßenverkäufer, der sich im Dezember 2010 selbst verbrannte, erinnert in Sidi Bouzid ein Denkmal aus Stein vor dem Gouverneursgebäude. Es soll den Handkarren darstellen, auf dem er Obst und Gemüse feilbot. Darauf liegen aber keine Birnen, sondern die Flagge Tunesiens, um den Karren zwei gestürzte Throne – als Erinnerung daran, welches politische Erdbeben Bouazizis Selbstverbrennung auslöste. Auf den Karren hat jemand in Rot gesprayt: "Ma nisch masameh", ich werde euch nicht vergeben.

Die Proteste in der bis dahin unbekannten Provinzstadt rund vier Stunden südwestlich von Tunis erfassten damals das ganze Land. Erst stürzte der tunesische Autokrat Zine el-Abidine Ben Ali. Es folgten Massenproteste in Ägypten, Libyen, Jemen und Syrien. Einige Protestländer sind seitdem in Gewalt versunken oder werden noch autokratischer regiert. Tunesien wählt nun zum zweiten Mal in freien demokratischen Wahlen einen Präsidenten, wenig später das Parlament.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 38/2019.
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