Mein Nachbar Itay hat den Sommer in Europa verbracht und will jetzt aus Israel auswandern. Zugleich verfolgt er den Immobilienmarkt in Jaffa. Vielleicht will er ein Schloss kaufen in Frankreich, ein kleines nur, vielleicht auch die Wohnung nebenan. Preislich, sagt er, nehme sich das nicht viel. Er fährt demnächst nach Portugal, um dort seine zweite Staatsbürgerschaft zu bekommen. Er ist dann auch Europäer. Er hat ein Haus in Amsterdam, das er verkaufen könnte, um das kleine Schloss zu finanzieren. 

Wir sitzen in seiner schönen Tel Aviver Wohnung, schauen aufs Meer. Israel beschießt Libanon, die Hisbollah schießt zurück. Es ist bald wieder Wahl. Benjamin Netanyahu steht vor Satellitenbildern und zeigt auf ein vermeintliches iranisches Atomlager wie der Moderator einer Kindersendung, der den Krieg erklärt. Letztes Jahr präsentierte er die Gefahr wie ein Zauberkünstler, er zog schwarze Tücher von Regalen mit Aktenordnern und CDs, auf denen Beweise für die Gefahr aus dem Ausland gespeichert

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 38/2019.
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