Kaum eingeschworen, hat er die Regierung in den Rücktritt getrieben und das Parlament aufgelöst. Das ist ein großer Scherbenhaufen für einen Mann, der als TV-Komiker keine politische Erfahrung mitbringt und im Wahlkampf konkrete Aussagen vermied.

Seine Wähler hat er in dieser ersten Woche im Amt nicht enttäuscht. Sie haben ihn im April aus Protest gewählt – Protest nicht nur gegen seinen Vorgänger Petro Poroschenko, sondern gegen die gesamte politische Elite, die das Land nicht aus der Armut geführt hat. Protestwähler haben nichts gegen Scherben. Bei den Neuwahlen im Juli wollen mehr als 40 Prozent der Ukrainer Selenskyjs Partei wählen. Nur gilt jetzt wie in jedem Porzellanladen die Regel: Was du kaputt machst, musst du kaufen.

Selenskyj muss die Verantwortung übernehmen für das Chaos, das er angerichtet hat. Und das wird nicht einfach: Das neue Wahlrecht, das er im Parlament durchdrücken wollte, ist gescheitert. Seine Partei existiert bisher nur auf dem Papier, ihm fehlen verlässliche Kandidaten.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 22/2019.
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