Viktor Orbán reagierte, wie er immer auf Kritik reagiert: mit der nationalistischen Keule. "Die Ehre der ungarischen Nation" werde durch den Beschluss des Europaparlaments "beleidigt", gegen Budapest ein Rechtsstaatsverfahren zu eröffnen. Die Tirade des Premiers sollte wohl übertönen, dass die Ohrfeige aus Straßburg ihn wirklich getroffen hat, vor allem weil es eine doppelte war. Denn eben nicht die als abgehoben verrufene EU-Kommission hat das Verfahren in Gang gesetzt, sondern die gewählten Volksvertreter Europas, mit Zweidrittelmehrheit. Für den Beschluss stimmten sogar viele aus Orbáns eigener Fraktion, der Europäischen Volkspartei.

Der ungarische Regierungschef ist zum Paria geworden, selbst unter Konservativen. Auf der "illiberalen Demokratie" (Orbán), die er zu Hause geschaffen hat, lastet jetzt ein schweres Stigma. Es ist nicht so, dass Orbán deswegen bald mit Sanktionen, im schlimmsten Fall gar dem Verlust des Stimmrechts in EU-Gremien, rechnen muss. Der Fall Polen zeigt, wie langwierig

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 38/2018.
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