Budapest liegt ihm zu Füßen. Wo im Mittelalter Ungarns Könige thronten, oben auf dem Burgberg, dort sitzt nun seit Januar er: Viktor Orbán, der Regierungschef. Ein ehemaliges Kloster der Karmeliter hat er sich für umgerechnet 65 Millionen Euro zum neuen Amtssitz aufputzen lassen. 1989 war er noch als Anführer aufmüpfiger Jungliberaler angetreten, um Ungarns Kommunisten von der Macht zu vertreiben. Drei Jahrzehnte später sind Orbán und die Seinen, nun auch für jeden sichtbar, ganz oben angekommen.

Blickt der Premier vom Balkon seiner Residenz nach rechts, hat er das Palais Sándor vor Augen. Dort sitzt der Gefolgsmann János Áder, seit sieben Jahren Staatspräsident. Schaut Orbán hinüber zum Pester Ufer, sieht er das Parlament. Dort führt László Kövér, Studienfreund aus den Achtzigerjahren, den Vorsitz. Im Gebäude des Landesjustizrats amtiert als oberste Richterin Ungarns József Szájers Gattin, während Szájer selbst, Nummer vier in Orbáns Old Boys Network, maßgeblich die neue Verfassung verantwortete.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 54/2019.
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