Die Luft riecht süßlich nach Pfirsich, weißer Rauch zieht durch den Gemeinschaftsraum im Kloster. Neben einem roten Gebetsbuch steht eine leere Bierflasche im Regal. Direkt über dem Tisch mit der Wasserpfeife hängt ein hölzernes Kruzifix. Ali Shirzad sitzt mit unterschlagenem Bein auf einem bunten Sessel, zieht lange an der Shisha, es gluckert. Er pustet ein paar Ringe gen Kreuz. Auch Bruder Jeremias greift nach einem Schlauch und inhaliert. Schon seit über 30 Jahren raucht er gern Shisha, um zu entspannen.

Ali Shirzad, 20, lebt seit November 2015 in Altötting, im Kapuzinerkloster St. Konrad, zusammen mit anderen Afghanen. Bruder Jeremias, einer von sechs Kapuzinern im Haus, ist sein Pflegevater.

Die Kapuziner und ihre afghanischen Mitbewohner führen in dem mehr als 350 Jahre alten Kloster eine ungewöhnliche WG; die einen glauben an Allah, die anderen an den Christengott. Die Mönche wollen beten, ihre Gäste eine neue Existenz aufbauen, aber auch mal ausgehen, sich ins Leben stürzen.

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