Als weiter vorn Barrikaden brennen und maskierte Demonstranten durch die Straßen ziehen, setzt eine ältere Dame ihre Einkaufstüten ab, um zu verschnaufen. 20 Meter weiter sieht sie Polizisten, die sich mit Helm und Schlagstock zum Kampf rüsten. Steine fliegen, Demonstranten grölen, es ist Mittwochabend in dieser Woche in Barcelona. Die Dame schüttelt den Kopf.

Sie sagt: "Mir geht das alles so was von auf die 'collons'." Das ist ein katalanisches Wort, man könnte es mit "Testikel" übersetzen. Das dauernde Gerede über die Unabhängigkeit sei ermüdend, findet die Dame mit den Einkaufstüten. Sie sei Separatistin, aber vor allem sei sie genervt, so wie alle Leute, die sie kenne. Sie wolle Unabhängigkeit, aber nicht um jeden Preis. Vor allem wolle sie endlich Ruhe.

Barcelona, Katalonien, eigentlich ganz Spanien befindet sich im Ausnahmezustand, mal wieder. Am Montag hatte der Oberste Gerichtshof in Madrid neun Anführer der katalanischen Separatisten zu langen Gefängnisstrafen zwischen 9 und 13 Jahren

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 43/2019.
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