Der Maracaibo-See bietet einen apokalyptischen Anblick. Zäher schwarzer Schlamm bedeckt das Ufer. Auf den Wellen liegt ein blaugrün schillernder öliger Film; Blasen steigen auf, setzen Gas frei, das aus lecken Leitungen unter dem Seegrund entweicht. Ein penetranter Petroleumgestank liegt in der Luft.

Draußen auf dem Gewässer flirren Hunderte Bohrtürme in der tropischen Mittagshitze. Viele Stahlgerippe stehen schief im Wasser, sie sind verfallen. Kabel hängen herunter, verrostete Streben ragen in die Luft.

Die großen Ölkonzerne waren einst alle hier vertreten. Doch in Ciudad Ojeda am Ostufer des Sees, das einmal als venezolanisches Houston galt, sind heute die meisten Firmen geschlossen, Lagerhallen stehen leer und verfallen. Ein Thermokraftwerk, das die Bohrtürme mit Energie versorgte, steht still. Am Ufer verrosten Kranschiffe, Schlepper und Boote. Die Kulisse erinnert an einen "Mad Max"-Film.

In vielen Hundert Meter Tiefe liegt hier der Reichtum des Landes, der die Bevölkerung allerdings

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 8/2019.
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