Rotarmisten, Passantin in Leipzig 1945/46
ULLSTEIN BILD
Rotarmisten, Passantin in Leipzig 1945/46

Vergewaltigungen durch Rotarmisten 1945

Wie authentisch sind die Tagebücher der "Anonyma"?

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Die Aufzeichnungen über Vergewaltigungen im Nachkriegsberlin waren ein Bestseller. Eine Historikerin hat nun die Originaldokumente gesichtet und Manipulationen festgestellt. Von Martin Doerry

Manche Geschichten sind bekanntlich zu perfekt, um wahr zu sein. Dass dies auch bei den Tagebüchern der "Anonyma" der Fall sein könnte, schien zunächst wenig wahrscheinlich, zu gut sind die darin geschilderten Vergewaltigungen durch Soldaten der Roten Armee auch andernorts dokumentiert. Als das Buch 2003 unter dem Titel "Eine Frau in Berlin. Tagebuchaufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945" in der Anderen Bibliothek erschien, wurde es von der Kritik als "unmittelbares historisches Zeugnis" gefeiert, man lobte das "hohe Reflexionsvermögen" der unbekannten Autorin und die besondere "Schonungslosigkeit" ihres Textes.

Der historische Stoff hätte auch kaum dramatischer sein können: Eine junge Berlinerin erlebt das Ende des NS-Regimes und die siegreichen sowjetischen Eroberer am eigenen Leib. Immer wieder wird sie vergewaltigt, schließlich sucht sie sich einen "Wolf", der ihr "die Wölfe vom Leib hält", und flüchtet in die Arme eines russischen Majors. Erzählt wird das alles in einem coolen,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 26/2019.
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