Am 26. Juni 1931 zog ein neues Familienmitglied bei den Kelloggs in Florida ein. Gua hieß die Kleine, sie war siebeneinhalb Monate alt und damit zweieinhalb Monate jünger als ihr neuer Bruder Donald. Winthrop Kellogg und seine Frau Luella wollten Gua gemeinsam mit ihrem Sohn aufwachsen lassen. In einem Haus unter Menschen, statt im Käfig unter Affen. Gua war ein Schimpansenbaby.

In den folgenden neun Monaten wurde Gua zur Hauptfigur eines der schillerndsten Experimente der Psychologiegeschichte. Den Psychologieprofessor Winthrop Kellogg faszinierte nicht nur Moglis Geschichte aus dem "Dschungelbuch", er hatte sich auch mit den wenigen realen Fällen beschäftigt, in denen Kinder unter Tieren aufgewachsen waren. Er wollte wissen: Ist unser Verhalten nur erlernt? Oder gibt es genetische Determinationen?

Da die Kelloggs ihren Sohn nicht im Dschungel aussetzen wollten, gingen sie den umgekehrten Weg und adoptierten Gua. Was würde sie lernen? Wie weit würde sie sich von ihren Artgenossen entfernen?

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL Wissen-Ausgabe 5/2017.
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