Um kurz nach neun Uhr hatte ein Kurier die Kündigung des Vertrags überbracht, mittags trafen sie sich zum vorerst letzten Mal, der Milliardär und der Minister.

Es war der 19. Juni 2019, ein Mittwoch, und viel hatten sie sich nicht mehr zu sagen. Ihr gemeinsames Projekt war tot, einen Tag zuvor gestoppt von den Richtern des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Die Pkw-Maut, so lautete das Urteil, sei nicht vereinbar mit den Gesetzen der Europäischen Union.

Für Klaus-Peter Schulenberg, Chef des Ticketdienstes CTS Eventim, war einer der größten Deals seines Lebens geplatzt. Seine Firma gehört zum Konsortium Autoticket, das die Maut eintreiben sollte. Doch der 68-Jährige, dessen Vermögen auf über zwei Milliarden Euro geschätzt wird, schien das Ende recht gelassen zu nehmen.

Anders als Andreas Scheuer, der zerknirscht wirkte. So beschreiben ihn Leute, die den Minister an diesem Tag erlebt haben. Er hatte soeben die wohl größte Katastrophe seiner Karriere erlebt. Scheuer sollte als Bundesverkehrsminister

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 39/2019.
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