Wenn in Deutschland jemand verschwindet, kann es sein, dass bei Peter Jamin bald darauf ein rotes Lämpchen blinkt. Es ist sein Anrufbeantworter, der eine neue Nachricht anzeigt. Ein neues Schicksal.

Peter Jamin berät ehrenamtlich Angehörige von Vermissten. Sie können ihn anrufen und um Rat bitten, er nennt es sein Vermisstentelefon. Über 2000 Gespräche habe er schon geführt. 

Nun hat der 68-jährige Autor und Journalist 18 Kurzgeschichten in dem Buch "Ohne jede Spur" aufgeschrieben. Sie basieren auf wahren Fällen. Jamin nimmt sich Freiheiten beim Erzählen, versucht, die Gefühle der Protagonisten darzustellen. Er beschreibt die Sorgen der Angehörigen - und die Motive derjenigen, die verschwinden.

Peter Jamin, geboren 1951, arbeitete als Redakteur bei der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Seit 1985 ist er freier Autor und produzierte jahrelang TV-Sendungen über Vermisste. Sein Beratungstelefon betreibt er seit mehr als 25 Jahren ehrenamtlich. Er lebt in Düsseldorf.

SPIEGEL: Herr Jamin, warum verschwinden Menschen?

Jamin: Ein Verbrechen steckt selten dahinter. Auch Abenteuerlust ist meist nicht der Grund. Sie fliehen vor ungeheurem Druck.

SPIEGEL: Woher kommt der?

Jamin: Mobbing, Drogensucht, Missbrauch, Schulden, Burn-out. Alle großen Probleme, die unsere Gesellschaft kennt. Manche sehen dann nur noch zwei Auswege: sich umzubringen - oder abzuhauen.

SPIEGEL: Heißt das, die meisten gehen freiwillig?

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