Der belgische Premier Charles Michel hat sich jüngst im Brüsseler Parlament für dieses Verbrechen seines Landes während der Kolonialzeit entschuldigt. Der in Belgisch-Kongo geborene und in Wallonien lebende Autor Assumani Budagwa, 65, über nun notwendige Konsequenzen.

SPIEGEL: Belgien hat im April dieses Jahres Verantwortung für Unrecht während der Kolonialzeit in Zentralafrika übernommen. Was bedeutet dieser Schritt für Sie?

Budagwa: Er ist historisch bedeutsam, weil zum ersten Mal in der Geschichte Belgiens alle Parteien einstimmig für eine Resolution gestimmt haben, die den Premierminister zu seiner Erklärung bewogen hat. Und sie ist symbolisch wertvoll, weil sie an die Traumata der sogenannten "métis" und ihrer Familien erinnert.

SPIEGEL: Warum hat der belgische Staat afrikanischen Müttern damals ihre Kinder weggenommen und sie am Ende der Kolonialzeit nach Belgien entführt?

Budagwa: Das belgische Kolonialsystem basierte auf einer Rassenideologie. Gemischte Ehen lehnte die katholische Kirche

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 17/2019.
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