Kurz vor Weihnachten riss Herbert Diess seine Führungskräfte aus ihrer Feiertagslaune. Der VW-Chef verkündete in einem zweiseitigen Brief eine Revolution. Oder, wie er sich ausdrückte, einen "echten Systemwechsel". Ausgerechnet Volkswagen, dem seit dem Dieselskandal das Image eines Drecksladens anhaftet, soll zum Saubermann der Branche werden: VW, schrieb Diess, soll bis spätestens 2050 ein "klimaneutrales Unternehmen" sein.

Die weihnachtliche Bekehrung vom Klimasünder zum Klimaretter illustrierte Diess an einem für jene Tage passenden Beispiel: In deutschen Haushalten stünden 25 Millionen Christbäume. Diese hätten im Laufe ihres acht- bis zwölfjährigen Wachstums insgesamt 625 000 Tonnen CO2 gespeichert. Das entspreche der Menge an Treibhausgasen, die 360 000 Volkswagen-Autos Jahr für Jahr ausstießen.

Was das beweisen soll? Zweierlei, schrieb Diess. Erstens, dass der Wald eine zentrale Rolle "als Kohlendioxid-Senke" spiele. Vor allem aber, "dass wir maßgeblich auf die CO2-Bilanz der individuellen

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 8/2019.
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