Am Mittwochnachmittag gegen 14.20 Uhr versammelten sich die Aufsichtsräte des Volkswagen-Konzerns zu einer ungewöhnlichen Sitzung. Die Tagesordnung bestand aus einem einzigen Punkt: Anklage wegen Marktmanipulation.

Alle Kontrolleure kamen zu dem eilig einberufenen Treffen nach Wolfsburg, bis auf einen: Hans Dieter Pötsch, 68, Vorsitzender des Gremiums. Ausgerechnet der Chefaufseher durfte an der wohl wichtigsten Sitzung des Jahres nicht teilnehmen, wegen Befangenheit. Denn zu den Angeklagten gehört auch Pötsch selbst.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig erhebt schwere Vorwürfe gegen ihn: Pötsch, über viele Jahre Finanzvorstand bei VW, soll den Aktionären zu lange verschwiegen haben, dass dem Konzern 2015 in den USA Milliardenstrafen wegen manipulierter Dieselmotoren drohten. Er habe damit "rechtswidrig Einfluss auf den Börsenkurs des Unternehmens genommen", so die Staatsanwaltschaft, die ihre Vorwürfe am Dienstagnachmittag publik machte. Ebenfalls angeklagt wurden VW-Chef Herbert Diess und

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 40/2019.
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