Bilal M. sitzt im Rollstuhl. Eine Kugel hat ihn in den Bauch getroffen, zum Laufen oder Stehen ist er noch zu schwach, das Atmen fällt ihm schwer. Eine weitere Kugel hat ihn am Kopf gestreift, die Wunde ist kaum erkennbar unter den schwarzen Locken.

Ob der 26-jährige Eritreer jemals wieder ganz gesund wird, kann noch niemand sagen. Mit Sicherheit ist er nicht mehr derselbe, seit jenem Montag vor zwei Wochen, als ihn der 55 Jahre alte Hartz-IV-Empfänger Roland K. im hessischen Wächtersbach niederschoss.

Der Täter nahm sich einige Stunden nach der Tat das Leben. Im Anschluss wurde viel über sein Motiv gemutmaßt. Gelegentlich reißen Selbstmörder andere Menschen mit in den Tod, aber das sind oft ihre Partner oder Kinder. Im Fall von Roland K. spricht einiges dafür, dass er schon länger suizidgefährdet war und sein Opfer aus rassistischen Gründen auswählte.

Über Bilal M. erfuhr man derweil nur wenig. Das ist nicht ungewöhnlich, die Opfer von Straftaten, ob politisch motiviert oder nicht, geraten schnell aus dem Fokus.

Es ist aber interessant zu erfahren, wie es jemandem geht, der nach Deutschland kam, weil er dachte, es sei ein besseres, sicheres Land - und der dann von einem fremden Deutschen angeschossen wird.

Bilal M. spricht im SPIEGEL zum ersten Mal über das, was geschehen ist. 

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 33/2019.
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