An einem Mittwochmorgen im Herbst 2012 entsteht in einem kargen Seminarraum in Aachen eine Idee, die sieben Jahre später die politische Landkarte Deutschlands verändern könnte. Sebastian Goderbauer, Mathematikstudent an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule, sitzt in einer Vorlesung über mathematische Optimierung. Es geht um Lieferketten, darum, wie ein Logistikunternehmen seine Warenlager am besten verteilt. Aber dann geht es plötzlich um Politik.

Goderbauers Professor, Marco Lübbecke, projiziert einen Zeitungsausschnitt an die Wand. Das Bundesverfassungsgericht hatte drei Monate zuvor, am 25. Juli 2012, das bisherige Wahlrecht als verfassungswidrig beurteilt. Es ging um die sogenannten Überhangmandate, die entstehen, wenn eine Partei durch die Erststimmen mehr Mandate erringt, als ihr durch die Zweitstimmen zustehen. Das Gericht mahnte an, dass durch diese Mandate das Wahlergebnis nicht verzerrt werden dürfe, und regte einen Ausgleich an. Das Problem aber war, dass durch Ausgleichsmandate

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 45/2019.
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