Als mein Mann vor zweieinhalb Jahren den Kaufvertrag für ein hundert Jahre altes Stahlschiff unterschrieb, war ich noch recht guter Dinge. Er hatte sich vorgenommen, diesen Binnenfrachter zu einem schwimmenden Hotel umzubauen. Und ich war entschlossen, ihn zu unterstützen.

Wir waren gerade von einer Reise zurückgekehrt. Wir hatten in der Elternzeit alle südostasiatischen Länder erkundet, anderthalb Jahre lang, mit Baby. Wir wollten weiter nach dem Motto leben: Hauptsache, es wird nicht langweilig. Und wir wollten jeden Augenblick genießen.

Nun also ein Schiff.

Mein Mann sagte: Der Umbau dauert drei Monate. Er hat eine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker abgeschlossen, er kann schweißen und flexen. Außerdem ist er Niederländer, die kennen sich bekanntlich aus mit Schiffen.

Der Umbau begann. Ich saß an meinen freien Tagen in der dunkelsten Ecke eines Frachtraums ohne Fenster und schaufelte eimerweise schwarzbraunen Schlamm aus einer Ritze hinter den Spanten. Ich verbrachte meinen Urlaub auf

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 11/2019.
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