Renz-Polster, 59, ist Kinderarzt und lebt im schwäbischen Vogt. In seinen Sachbüchern hat er einen leistungsorientierten Erziehungsstil wiederholt kritisiert.

SPIEGEL: Sie behaupten in Ihrem neuen Buch, der Erfolg der Rechtspopulisten in Europa und in den USA sei auf lauter beschädigte Kindheiten zurückzuführen. Wie kommen Sie zu dieser kühnen These?

Renz-Polster: Die Familie ist das erste politische System, das wir Menschen kennenlernen. In ihr prägt sich die Sicht auf alle Themen, die wir auch als Gesellschaft verhandeln: Wer hat die Macht? Erlebe ich mich als ohnmächtig oder wirksam, fühle ich mich zugehörig oder ausgeschlossen? Diese Fragen sind die Grundpfeiler der Kindheit – und die Antworten darauf sind entscheidend für die weitere Entwicklung.

SPIEGEL: Inwiefern?

Renz-Polster: Fehlt einem Kind das innere Erleben von Zugehörigkeit, Anerkennung und Sicherheit, bleibt ein Vakuum. Äußere Angebote, die Ersatz versprechen, werden dann attraktiv. Gerade rechtspopulistische Botschaften finden

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 13/2019.
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