Am 25. Juli 1973 schreibt der Schriftsteller Erwin Strittmatter in seiner brandenburgischen Einsiedelei in sein Tagebuch: "WELTFESTSPIELE der Jugend und Studenten. Wenn man die mit Zweckoptimismus vollgestopften Zeitungen liest und die Feierlichkeit heuchelnden Sprecherstimmen im Rundfunk hört (in den Televisor seh ich lieber nicht), muss unser Teil der Hauptstadt jetzt ein Festhaus sein, in dem Jubel, Gesang, Leckerbissen und Zirkusspiele ohne Ende sind."

Strittmatter ist einer der beliebtesten Dichter im Osten Deutschlands, mehrfacher Nationalpreisträger, ein bodenständiger Mann, der sich eine Herde Ponys hält. Der gelernte Bäcker gilt als der neue Typ des sozialistischen Schriftstellers, aber der DDR-Führung wirklich treu ist er 1973 schon längst nicht mehr. Ich kannte Strittmatters Tagebuch damals nicht, niemand kannte es. Ich war 21, hatte nach dem Armeedienst ein Journalistikstudium begonnen und war im Sommer 1973 in Berlin eingesetzt: Wir sollten das Internationale Pressezentrum möblieren

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL Geschichte-Ausgabe 3/2015.
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