Zu den Bienen, die das große Völkersterben überlebt haben, verirrt sich kaum je ein Mensch. Sie sind zu gut versteckt.

Der Weg führt tief in die verlassenen Wälder des US-Bundesstaats New York. Auf den letzten Metern stapft Thomas Seeley in Gummistiefeln voraus, der Biologe hat eine Karte dabei. "Wir sind da", sagt er und deutet in einen hohen Ahornbaum hinauf. Aber da oben ist nichts zu sehen.

Oder doch, auf den dritten Blick: eine winzige Öffnung, kaum größer als ein Mauseloch. Gegen den Himmel lässt sich mit Mühe ein Gewusel flirrender Pünktchen ausmachen. Das müssen sie sein. Das Loch, gut fünf Meter über dem Waldboden, ist der Eingang zu einer Höhle voller Honigbienen.

"Ich hätte lange nicht gedacht, dass es diese Kolonien überhaupt noch gibt", sagt der Biologe.

Die Bienen leben dort droben in ihrer eigenen Welt. Ums Loch herrscht die bienentypische Geschäftigkeit eines Frachtflughafens; unentwegt werden Pollen und Nektar umgeschlagen, das Sammelgut verschwindet im Innern des Baumes –

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 25/2019.
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