Sie leben, aber sie reden vom Sterben. Wovon auch sonst, so groß war der Schrecken, so alltäglich das Grauen. Jetzt, am 17. November 1944, sind Georg Hornung und Josef Lessman in Sicherheit, zwei deutsche Soldaten in US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft.

Was die beiden nicht wissen: Die Amerikaner hören in Fort Hunt bei Washington mit, was ihre deutschen Gefangenen miteinander besprechen, und schreiben es auf. Die Schlacht um die Normandie liegt einige Wochen zurück, die Erinnerung ist noch frisch. Und so erzählt Hornung an diesem Tag dem Kameraden, wie ein Major seinem Regiment vorgeschlagen habe, sich den Alliierten zu ergeben, weil die Lage aussichtslos gewesen sei. O-Ton Hornung:

Und unser Regimentskommandeur sagte zu dem Major, was haben Sie gerade gesagt? Und da hat der Major es ihm wiederholt. Da hat der Regimentskommandeur ihm mit der Hand eins über den Schädel gehauen. Und dann hat er gesagt: Kameraden, der Mann ist vogelfrei, den könnt ihr erschießen. Und da ist einer von uns hingegangen und hat den Major erschossen.

Auch der Kriegsgefangene Nummer DZ 7765 (M) – ein Leutnant der Wehrmacht – hat in der Normandie gekämpft. Er ist in einem Lager in Trent Park im englischen Middlesex inhaftiert. Die Briten hören ihre Gefangenen ebenfalls ab. 

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 23/2019.
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!