Zu Beginn einer Sitzung, die unlängst nicht im Reichstag, sondern im benachbarten Paul-Löbe-Haus stattfand, konnte sich Parlamentspräsident Wolfgang Schäuble eine spitze Bemerkung nicht verkneifen: "Als Paul Löbe Alterspräsident des ersten Bundestages war, hatte unser Parlament noch 410 Abgeordnete. Das war natürlich zu einer anderen Zeit – aber mit Blick auf die immer dringlichere Wahlrechtsreform ist es an diesem Ort eine Erwähnung wert."

Das Plenarprotokoll vermerkt an dieser Stelle "Beifall bei der CDU/CSU, der FDP, der Linken und dem Bündnis 90/Die Grünen sowie bei Abgeordneten der SPD und der AfD".

Das ist bemerkenswert, weil die Abgeordneten unlängst bei dem Versuch gescheitert sind, sich auf eine Reform des Wahlrechts zu einigen: Eine von Schäuble eingesetzte Arbeitsgruppe hatte die Beratungen im April für gescheitert erklärt.

709 Mitglieder hat der aktuelle, vor zwei Jahren gewählte Bundestag, 111 mehr, als es nach dem Bundeswahlgesetz eigentlich sein sollen. Und nach der nächsten

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 39/2019.
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