Felix Bohr, Annette Bruhns, Vera Deleja-Hotko, Hubert Gude, Julia Amalia Heyer, Martin Knobbe, Tim Kummert, Christoph Schult, Gerald Traufetter, Andreas Wassermann

Sie hat die Blümchen vom Vorabend gegen Streifen getauscht. Hier, auf der Bühne des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), trägt die Schlussrednerin Annalena Baerbock ein dunkles Streifenkleid. Und kommt, wie es so ihre Art ist, zügig auf den Punkt.

Tja, sagt die Grünenchefin, vor nicht allzu langer Zeit habe sie noch über "Karpfen und Forellen in Fischteichen" sinniert, aber jetzt: "So schnell kann's gehen."

Gelächter aus dem Publikum, Szenenapplaus, wohlwollend, neugierig auch. Diese Art von Selbstironie kommt an bei denjenigen, die sich selbst noch nicht sicher sind, wie sie mit dieser aufstrebenden Partei umgehen sollen, mit diesem neuen Selbstbewusstsein, das Baerbock so schön zu kaschieren weiß.

So schnell also kann's gehen: Eine grüne Vorsitzende, mit 38 Jahren in etwa so alt wie ihre Partei, schließt mit ihrer Rede die Veranstaltung eines Industrieverbands, die ein paar Stunden zuvor eröffnet wurde von: Angela Merkel.

Umgeben vom Industrial Chic eines alten Fabrikgemäuers im Berliner Osten, sitzen hier auf engen Stuhlreihen Unternehmer und Manager. Die Männer, deutlich in der Überzahl, tragen Anzug und die Frauen weiße Blusen. Ein Blümchenkleid sieht man nicht.

Anders als beim Frühsommerempfang der Fraktion, wo Baerbock am Abend zuvor in einem solchen Kleid Hof hielt, ist der Auftritt beim Tag der deutschen Industrie kein Heimspiel für sie.

Wie hat sie die Veranstaltung empfunden? Baerbock zieht die Luft durch die Zähne und sagt, sie finde es lustig, wie darauf jetzt abgehoben werde. Dabei habe sie dort auch im vergangenen Jahr gesprochen. Vielleicht höre man jetzt genauer zu.

Das kann man so sagen. Die Wahrnehmung hat sich verändert. Es wird inzwischen, von ganz unterschiedlichen Seiten, genau hingehört, wenn die Grünen sprechen.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 25/2019.
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