Am Tag nach dem gescheiterten Aufstand gegen Nicolás Maduro hockt Elena Medina, 51, erschöpft auf einer Mauer vor einem Hochhaus an der Avenida Francisco de Miranda in Caracas. Sie ist seit dem frühen Morgen auf den Beinen; sie kommt aus Catia, einem riesigen Armenviertel im Nordwesten von Caracas.

Skeptisch sieht sie zu, wie die Anhänger des Oppositionsführers Juan Guaidó zur nächsten Kundgebung ihres Idols strömen. "Mit Protestmärschen stürzt man keine Regierung", sagt sie. Dann erhebt sie sich und mischt sich unter die Demonstranten.

Das ist das Paradoxe an Guaidó: Gerade musste der Mann, der sich im Januar unter Berufung auf die Verfassung zum Interimspräsidenten ausrief und nun einen militärisch gestützten Umsturz versuchte, seine bislang größte Niederlage einstecken. Doch einen Tag später gehen seine Anhänger wieder für ihr Idol auf die Straße und jubeln, als wäre nichts geschehen.

In der prallen Mittagssonne steht Guaidó auf einem Platz im Osten von Caracas, der von der Opposition beherrscht

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 19/2019.
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