Manchmal entdeckt Jelena Schnaider die verwesten Schädel von jungen Füchsen bei ihrer Arbeit. Meist ist sie dann schon tagelang durch die Steppe Sibiriens gefahren, hat Klippen an den Rändern der Hochgebirge erstiegen und irgendwo in der baumlosen Einöde ein Nest aus Knochen, Steinen, Draht oder Zweigen auf dem Boden gefunden, in dem zwei oder drei braun gesprenkelte, flauschige Knäule sitzen. Junge Steppenadler. Dann freut sie sich.

Schnaider beruhigt die Tiere und näht ihnen vorsichtig einen Rucksack auf dem Rücken zusammen, so klein und leicht, nur ein paar Gramm schwer, dass er nicht stört beim Fliegen. Es ist ein GPS-Sender mit Solarmodul. Die Eltern, ausgewachsene Steppenadler, haben eine Flügelspannweite von bis zu zwei Metern und so kräftige Klauen, dass sie damit ohne Probleme einen Fuchs ergreifen können, wenn sie nicht genügend Erdhörnchen finden, die sie bevorzugen. Schnaider aber findet Adler vor allem wunderschön, verletzlich und niedlich, besonders ihre weichen, kleinen Kopffedern.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 46/2019.
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