Klassische Werke aufzuführen, das war Justus Frantz nie genug. Er strebte nach Höherem. Mit Kanzler Helmut Schmidt nahm er Klavierkonzerte von Mozart auf, mit seinem Orchester, der Philharmonie der Nationen, musizierte er für den Weltfrieden. So hat es Frantz zu einigem Ruhm und zu noch mehr Berühmtheit gebracht; ihn kennen auch Deutsche, die sich für Klassik nicht sonderlich interessieren.

Zuletzt aber war Frantz, 74, weniger als populärer Dirigent und Pianist in den Schlagzeilen, sondern wegen geschäftlicher Schwierigkeiten. Bereits um die Jahrtausendwende ermittelte das Landeskriminalamt Hamburg gegen Frantz – der Verdacht: Untreue und Konkursverschleppung. Seine für das Orchester gegründete Firma, die Philharmonie der Nationen Konzertmanagement GmbH, sollte damals Steuern und Sozialabgaben in Millionenhöhe schuldig geblieben sein. Frantz bestritt die Vorwürfe, am Ende wurde das Verfahren eingestellt, und Frantz musste eine Geldbuße bezahlen. Er habe sich doch nur um die Musik gekümmert,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 11/2019.
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