Der Herr des Zauns wartet an der Grenze bei Sofiedal. Bent Rasmussen, roter Bart, Jägerkappe, ist Förster beim dänischen Amt für Naturverwaltung. Neuerdings ist er verantwortlich für ein umstrittenes Bauwerk: den Zaun zwischen Dänemark und Deutschland. Rasmussen deutet zuerst auf das Gitter und dann auf das Wiesengrün, das daran rankt. "Die Natur ist gnädig", sagt er und lächelt.

In Wirklichkeit vergiftet der neue Zaun das Verhältnis zwischen den Nachbarn im Norden. Bis Jahresende soll das anderthalb Meter hohe Stahlgitter entlang der gesamten 68-Kilometer-Strecke zwischen Jütland und Schleswig-Holstein stehen. Viele sehen in ihm ein schlimmes Symbol wachsender Abschottung: Der Zaun mache die Vision eines Europas der offenen Grenzen zunichte.

Dass Kopenhagen damit die Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest durch Schwarzwild verhindern will, stößt in Deutschland auf wenig Verständnis. Ein Zaun gegen Wildschweine bringe wenig, denn der Hauptüberträger sei der Mensch, urteilten im vergangenen

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 29/2019.
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!