"Nicht zu ertragen!" 

"Wacht endlich auf!"

"Nachdenken !!!!!!!!" 

Peter wischt durch die Chatprotokolle, er scrollt und scrollt, überfliegt Schlagworte und Ausrufezeichen. Schließlich legt er das Handy beiseite, setzt seine Brille ab und vergräbt das Gesicht in den Händen.

"Entsetzlich", sagt er. "Ich erkenne meine Mutter überhaupt nicht wieder." 

Ein Donnerstagabend im August, Peter, der eigentlich anders heißt, 30 Jahre, Grafikdesigner, sitzt in seiner Wohnung in Berlin-Mitte. Sie ist frisch eingerichtet, Kakteen auf dem Fensterbrett, moderne Kunst an den Wänden, bunte Kissen auf dem Sofa. 

Er sah die Indizien nicht, die kleinen Hinweise darauf, dass sich seine Eltern verändern. Erst im Nachhinein wurden ihm die Anzeichen bewusst. Die einsilbigen Ausflüchte, das betretene Schweigen am Küchentisch, sobald Themen wie Flüchtlinge, die Regierung oder das Klima aufkamen. "Damals habe ich mir überhaupt nichts dabei gedacht", sagt Peter. Heute ist er sich sicher: "Sie wollten, dass ich sie anspreche."

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